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Beachvolleyball: Sehen und gesehen werden

01.03.2010 | Keine Kommentare

Irgendwie hat’s schon genervt. In den letzten Wochen haben mich mehrere Leute um VIP-Karten für das alljährliche Beachvolleyball-Spektakel in Kärnten angeschnorrt. „Als Journalistin kannst du da sicher was checken, die VIP-Karten werden euch ja hinterher geschmissen“, meinte eine alte Bekannte, die mich höchstens dreimal im Jahr anruft – also immer, wenn sie was braucht. Klar, ich könnte Veranstalter und Sponsoren anrufen, aber so unverfänglich ist das nicht. Denn wenn ich von denen was annehme, muss ich dafür was tun, zum Beispiel einen peinlichen PR-Artikel verfassen oder so. Nein, danke! Da passe ich lieber! „Sorry, geht leider nicht, ich geh da auch selber nicht hin“, sagte ich meinen Bittstellern, was die mir ohnehin nicht glaubten. War aber so. Am Wochenende blieb ich daheim in Wien. Worüber ich froh war. Die ganze Schickeria, die sich in Klagenfurt herumtrieb, hätt’ ich ohnehin nicht ausgehalten. Freunde erzählten mir danach, dass es „unglaublich cool“ war und, dass „alle“ dort waren. Aha. „Alle“ waren also dort, aber wer hat denn die Beachvolleyball-Tourniere gewonnen? „Keine Ahnung.“ Aha. Aber es ging doch um den Sport, oder?

„Sehen und gesehen werden“, sagte mir ein Freund. Darum ging’s. Und mehr sei’s (für die meisten) nicht gewesen. Schade eigentlich, denn die Sportler hätten sich ein bisschen Aufmerksamkeit wohl verdient. Denn so erfolgreich wie heuer waren Österreichs Beachvolleyballasse beim Grand Slam am Wörthersee noch nie: Das beste Ergebnis in der 13jährigen Geschichte des Großspektakels lieferten Sara Montagnoli und Barbara Hansel mit Rang vier. Aber das ist dort scheinbar keinem so wirklich aufgefallen, schon gar nicht den VIPs, von denen es diesmal allerdings weniger gab als sonst. Organisator Johannes Jagerhofer verkaufte nur 1.450 VIP-Tickets, im Vorjahr waren es noch 1.800. So was aber auch! Die Kohle sitzt eben auch bei den Promis nicht mehr so locker wie früher. Und so viel ist’s Beachvolleyball-Festl dann eben doch nicht wert.

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