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Glückloses Österreich

15.03.2010 | Keine Kommentare

Bitter, bitter, bitter. Was für eine Niederlage! Knapp eine Woche danach kann ich es immer noch nicht fassen. Will nicht glauben, was ich mehr als neunzig Minuten ertragen musste.

Ja, ich bin eine Frau und ja, ich bin trotz meines Geschlechts am Fußball interessiert, sehr sogar, also bitte lasst mich ein wenig über das Katastrophen-Spiel Österreich- Spanien sinnieren. Ich weiß zwar nicht, wie alt Ihr seid, aber ich habe meinen 30er schon gefeiert und kann mich nur allzu gut an das Jahr 1999 erinnern. Am 27. März 1999 hatte es ein Qualifikationsspiel für die EURO 2000 gegeben, wir spielten in Valencia gegen Spanien. Ich sage nur 9:0. So viel haben die Österreicher nämlich gegen die Spanier verloren. Peinlich, peinlich. Damals blamierten uns Spieler wie Wohlfahrt, Herzog und Haas. Kicker, die noch heute einen guten Ruf haben – aber nur in Österreich. International betrachtet hatte keiner von ihnen je eine Chance, an die Spitze zu kommen (mit Ausnahme von Ex-Werder-Bremen-Kicker Herzog vielleicht). Und so hatten sie auch gegen die Spanier, namentlich gegen Weltklasse-Spieler wie Raul, Urzaiz und Hierro, keine Chance.

Dass wir auch im jüngsten Freundschaftsspiel gegen die Spanier den Kürzeren zogen, war klar (schließlich gilt der amtierende Europameister als beste Mannschaft), doch haben wir es dem Gegner zu leicht gemacht. Viel zu leicht. Schon der Schiedsrichter ging vor den Spaniern in die Knie und gab Pehlivan die rote Karte – für ein Faul, das, so sind sich alle einig, bestenfalls eine Gelbe wert war. Mit einem Mann weniger ging das Spiel schließlich 5:1 zu Ende. Aber an Pehlivans Sperre lag es nicht. Wir sind einfach schlechte Kicker. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. Weil wir ein kleines Land mit wenig Auswahl sind? Nein. Sogar Slowenien darf in der WM spielen und die haben noch weniger Einwohner als wir. Weil hoffnungsvoller Nachwuchs schnell abgeworben wird? Vielleicht. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass unsere Strukturen veraltert sind, falsch trainiert wird und uns der Fussball-Spirit fehlt. Ich weiß es nicht, so recht weiß es niemand. Jedenfalls bleiben wir in der Weltsportart Nummer eins glücklos. Und das macht traurig.

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