Home / Allgemein / Unter den Blinden ist Fischer der König

Unter den Blinden ist Fischer der König

12.04.2010 | 6 Kommentare

Sie war nicht schlecht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Barbara Rosenkranz, die für die FPÖ ins Rennen ums angeblich höchste Amt im Staat geht, hat in der ORF-Pressestunde am Sonntag gute Figur gemacht. Viele sehen das zwar anders, aber ich fand ihre Darstellung durchaus passabel. Sie wirkte milde, mütterlich, was eine Staatsoberhäuptin ja auch sollte, wich keinen Fragen aus und hielt sich unerwartet wacker. Dennoch: Dass Rosenkranz anders tickt, als sie vorgibt, dürfte wohl klar sein. Gerne würde ich eine Frau ins Präsidentenamt wählen, einen bescheidenen Beitrag in der ehrenwerten Sache leisten, doch macht’s Rosenkranz leider nicht möglich.

Die Gute bleibt im rechten Eck, ist alten Lastern verhaftet. Und Gehring? Über den möchte ich kaum ein Wort verlieren. Auch er war zu Gast in der ORF-Pressestunde, kurze Zeit vor Rosenkranz, und hat so viel Unsinn geredet, dass es reine Zeitverschwendung wäre, darauf einzugehen. Die jüngsten Umfragen sprechen ohnehin für sich: Laut einer Befragung der Karmasin Motivforschung staubt Rudolf Gehring von der Christlichen Partei bei den bevorstehenden Wahlen am 25. April gerade einmal vier bis sechs Prozent ab. Eigentlich ist das gar nicht mal so wenig, wenn man bedenkt, dass die Kirche in Anbetracht des Missbrauchsskandals harte Zeiten durchmacht. Auf zwölf Prozent kommt Rosenkranz, in Wahrheit viel zu viel für eine wie sie. Und dann Fischer. 82 Prozent der Österreicher wollen ihn wählen. Einen farblosen Präsidenten, ohne Glanz, ohne Charisma, aber eben auch einen, für den man sich nicht schämen muss. Einen, der nicht wie Gehring Homosexuelle angreift und in ihren Rechten einschränken will. Einen, der nicht wie Rosenkranz den Rechtspopulismus à la Strache schürt. Einen, der eben niemandem weh tut und mit dem auch die ÖVP gut leben kann. Wie Recht haben doch die Vorarlberger, die Gallier unter den Österreichern. Fast jeder Dritte im Ländle will keinen der drei Kandidaten wählen.

Elf Prozent halten sich gar ganz bedeckt (wollen wahrscheinlich auch keinen wählen) und 14 Prozent sagen, dass sie noch überhaupt nicht wissen, wen sie wählen (wahrscheinlich wollen die auch keinen wählen). Dass die Wahlbeteiligung somit auf ein Rekordtief fallen dürfte, verwundert nicht. Meinungsforscher prognostizieren einen Absturz auf bis zu 50 Prozent (2004 gingen 71,6 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen). Dass Fischer den Sieg davontragen wird, ist jetzt schon klar. Denn unter den Blinden ist der Einäugige immer noch der König.

Antwort schreiben 14183 Aufrufe gesamt, 1 Aufrufe heute  
Diskussion verfolgen

6 Kommentare

  1. I want to start blogging too, what do you think, which blog platform is good for noob?

  2. Gdzie mozna sciagnac template ktory uzyles na swoium blogu ?

  3. Rudolfo

    @Stefan
    Kann Ihnen nur 100% recht geben. Wir stehen vor der Islamisierung und müssen uns dagegen behaupten. Das kann aber nur durch eine vernünftige Familienpolitik erfolgen, wie sie Frau Rosenkranz anstrebt. Sie alleine kann sie allerdings nicht durchsetzen, aber das Terrain dafür in der Politischen Klasse ebnen.

  4. Bozkurt

    Als Moslem sollte man auch Frau Rosenkranz wählen.
    Familie ist wichtiger als Schwule.
    Moslems haben schon Recht, wenn auf die “westlichen Werte” ges…. äh gepfiffen wird.

    ;)

  5. Andi

    Thema Wahrheit:
    Welche Wahrheit? Seine Wahrheit, Ihre Wahrheit, Meine Wahrheit, die Wahrheit anderer?
    Es gibt viele Wahrheiten oder anders ausgedrückt- “Wirklichkeiten”!
    Wo werden wirklich Fakten dazu verwendet um zu einem Ergebnis zu kommen?
    Nicht einmal vor Gericht, denn kein einziger von den großen Prozessen wurde durch Fakten gewonnen sondern durch Geschichten.
    Und genauso ist es in der Politik.
    Die Politik lebt von den Geschichten und der Journalismus ist die Wissenschaft der modernen Geschichten. Wenn den Menschen die Geschichten der Gebrüder Grimm oder von Hans Christian Anderson zu eintönig werden, dann geht man her und sucht sich neue Createure für noch bessere und spannendere Geschichten. Die Publizistik ist ein Fach, dass den Menschen lehrt wie man Meinungen anderer wesentlich beeinflussen kann indem man Geschichten erzählt. Und wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann ist die Geschichte mit der Wahrheit immer ein Massensyndrom unserer Gesellschaft. Es gibt 12 Voraussetzungen Massen zu Manipulieren, das lernte uns schon die Wirtschaftskrise und alle großen Geschichtenerzähler dieser Welt:
    Das Handeln der Menschen ist im Gegensatz zum idealtypischen Modell des homo oeconomicus nicht rational, sondern es wird von seinen Instinkten beeinflusst.
    -Forschungen haben ergeben, dass bei komplizierten Entscheidungen bewusste Entscheidungsträger zu 23 Prozent erfolgreich waren, während unbewusste Entscheidungsträger zu 60 Prozent richtig lagen.
    -Anscheinend braucht man seine Intelligenz, um Situationen und Menschen richtig einzuschätzen sowie um ein Gefühl dafür zu entwickeln – die Entscheidung wird dann unbewusst getroffen.
    -Ein großer Teil der Fehlentscheidungen und -einschätzungen entsteht demnach unter bewusster Verwendung der Intelligenz.
    -Menschen haben immer in Gruppen gelebt, weil es ihnen offensichtlich einen entscheidenden Vorteil gebracht hat.
    -Aber das Leben in einer Gruppe erfordert Kommunikation, hierarchische Organisation und ein Management der Wirkung.
    -Demnach hat in einer Gruppe oft derjenige das Sagen, der sich selbst am besten verkaufen kann – obwohl vielleicht ein anderer für diese Rolle geeigneter wäre.
    -Einzelne Gruppen müssen sich voneinander abgrenzen, deshalb ist jede Gruppe auf ihre Kultur, ihre Politik oder ihren Sport stolz.
    -Diese Merkmale definieren und verbinden eine Gruppe, und meistens sind Gruppen bereit, diese Eigenheiten mit allen Mitteln zu verteidigen.
    -Ehrlichkeit ist nicht unbedingt eine Voraussetzung für das Funktionieren von Gruppen, da kaum jemand die Wahrheit gerne hört.
    -Es sind nur freiwillige Gruppen, die wirklich funktionieren.
    -Zwischen einer Gruppe und der Masse besteht ein großer Unterschied: Die Masse handelt wie ein Körper, in einer Gruppe agieren Individuen.

    Alles wäre besser hätten wir doch weniger unprofessionelle Journalisten die versuchten uns ihre Meinung zum Zwecke anderer aufzuzwingen und von ihren eigenen Motiven geleiten weggehen würden hin zu einer objektiveren Form des Journalismus.
    Dann gäbe es weniger Opfer!

  6. Stefan

    Wenn jemand die Wahrheit sagt und Gruppierungen den Spiegel vorhält wie Hr. Dr. Gering dies tut wird er abgestempelt.
    Wie dumm die Gesellschaft mittlerweile ist.
    Kinder wollen wir keine. Familienpolitik was ist das.
    Emanzipation das Schlagwort unserer Zeit.
    Dabei würden viele Frauen gerne längere Zeit bei Ihren Kinder verbringen, diese gerne selbst erziehen, können sich dies jedoch nicht leisten.
    Milliarden für Psychologen, Anwälte, Gefängnisse, Suchbekämpfung usw. können wir uns leisten. Geld für Familien fehlt.

    Wenn ich die Rechte von Homosexuellen schon höre. Es will diese Gruppe keine diffamieren oder anpragern, aber gleich wie bei der Abtreibung spricht man gleich von Recht, obwohl es wider der Natur ist und für eine Gesellschaft des Todes steht !

    Trauriges Österreich indem sich leider der Islam in extrem kurzer Zeit ausbreiten wird.
    Wenn unsere Frauen dann Kopftücher tragen müssen ist es zu spät

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.