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Und wir bohren weiter…

31.05.2010 | 1 Kommentar

Noch vor kurzem hatte es geheißen, dass alles nach Plan laufe. Mehrfach hatte der britische Ölkonzern BP versichert, dass das Ölleck im Golf von Mexiko dank der Aktion “Top Kill” gestopft werden könne. Und jetzt das. Nix. Sogar der Einsatzleiter selbst gestand leise ein, unfähig gewesen zu sein, das Ausströmen des Öls zu verhindern. US-Präsident Barack Obama gab sich besorgt und erzürnt darüber, dass nun weiter Öl aus dem zerrissenen Rohr in 1.500 Meter Tiefe ins Meer fließe.

Und, was jetzt? Obama sollte lieber Klartext reden, und sagen, was sich Experten längst denken: Nämlich, dass BP kein Einzelfall bleibt. Die Suche nach Öl wird aufgrund der globalen Ressourcenverknappung immer schwerer, in der Folge muss immer tiefer gebohrt werden. Die damit verbundenen Risiken sind, wie der aktuelle Fall zeigt, hoch. Dennoch wollen die großen Ölkonzerne weiterbohren, BP ebenso wie Shell und die anderen. Offiziell will darüber freilich keiner reden. Genauso wenig wie über das wahre Ausmaß der aktuellen Katastrophe. So soll nach Berechnungen der US-Regierung deutlich mehr Öl ins Meer geflossen sein als vermutet. Bis zu 25.000 Barrel pro Tag (knapp vier Millionen Liter) dürften seit Beginn der Katastrophe vor fünf Wochen ausgetreten sein.

Das wäre fünf Mal so viel wie bislang von BP geschätzt und somit die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die schwarze Pest hat bereits weite Teile der US-Küste am Golf von Mexiko verschmutzt und vielerorts das empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht gebracht. Jetzt ist auch die Lebengrundlage zahlreicher Fischer bedroht und der Tourismus steht vor dem Aus. Und dennoch: Es wird weitergebohrt…

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Ein Kommentar

  1. kerstin

    mit erschrecken stelle ich fest, dass jener artikel aus dem monat mai stammt. zu diesem zeitpunkt blubberte es schon längst geraume zeit aus den untiefen des meeres. beinahe unbegreiflich wie der natur geschieht und heute? mein letztstand ist es sei noch immer nicht dicht?

    blubb

    lg siliva! kerschtl

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