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Faymanns linke Tour

14.06.2010 | Keine Kommentare

Der SPÖ-Parteitag brachte das, was er bringen sollte: ein klares Bekenntnis zu Kanzler Werner Faymann. Knapp 94 Prozent der insgesamt 640 Delegierten sprachen sich für den amtierenden Parteichef aus, der sich nach außen betont siegessicher gab: “Die Apologeten des freien Marktes, die Neoliberalen, haben uns lange genug in die Irre geführt. Wir müssen stärker werden als sie.”

So links hat man den roten Werner schon lange nicht mehr wettern hören. Den eigenen Leuten hat’s gefallen, eh klar, glaubten einige davon doch, in ihm einen Abtrünnigen ausgemacht haben. So soll Faymann in jüngster Vergangenheit zu milde mit dem schwarzen Lager ins Gericht gegangen sein, sein amikales Verhältnis zu ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll sorgt intern schon länger für Unmut. Berater nahmen den roten Werner also gerade rechtzeitig vor dem großen Show Down ins Gebet und rieten dringend zur linken Wende. Das Ergebnis des „Special-Coachings“ präsentierte Faymann selbstbewusst und wortgewandt. Ob ihm seine Show abgenommen wurde, sei dahingestellt: nach außen wurde jedenfalls Einigkeit demonstriert – mit Themen à la “wider die Spekulanten, für eine stärkere Regulierung der Märkte, für eine Konsolidierung der Staatsfinanzen auf Kosten der großen Vermögen und der Finanzmärkte” und ähnlichem.

Wie links Faymann tatsächlich ist, stand freilich nicht zur Diskussion. Er scheint jedenfalls linker denn je (man denke auch an eine andere Bedeutung des Wortes!), hofft er jetzt doch gar auf einen roten Finanzminister. Wenn er das nächste Mal mit dem amtierenden zusammensitzt, namentlich Josef Pröll, wird dieser Wunsch natürlich vergessen sein. Na, wenn das keine Linke ist…

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