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Masse statt Klasse

19.07.2010 | 1 Kommentar

Life Ball. Schon wieder. Obwohl er ja nur einmal im Jahr stattfindet, habe ich das Gefühl, es wäre öfter. Die ersten Male war es eine spannende Veranstaltung. Damals war ich, hm, gerade mal 15 Jahre alt. Klar, in diesem Alter ist noch (fast) alles spannend, aber dennoch waren die Feste von damals besser als die von heute. Helena Christensen war nach Wien gereist, dieses unglaublich schöne Supermodel aus Dänemark. Ich sah sie, ging zu ihr und habe sie einfach angegriffen.

Doof, ich weiß. Aber so eine unfassbar attraktive Frau wollte ich eben einmal angreifen. Damals schien noch alles so echt. Helena Christensen schien echt, war nicht so ein abgehungertes Model, wie es sie heute zuhauf gibt. Und so echt wie sie schien, so echt schien das Anliegen, gegen Aids zu kämpfen. Heute ist das anders, wie ich finde.

Das Einzige, das authentisch scheint, ist die Vergnügungssucht der Ballbesucher. Sex und Drogen. Jeder, der sagt, am Life Ball würde nicht gekokst und gefickt (verzeiht meine Wortwahl), lebt in einer Seifenblase. Nun gut: der Ball fiel nicht nur wettermäßig ins Wasser (es regnete in Strömen, die Eröffnung im Freien musste abgebrochen werden).

Auch an die alten Zeiten konnte nicht angeknüpft werden (zu wenige A-Promis, zu viele Proleten, da Organisator Gery Keszler den Ball unüberschaubar groß werden ließ, ganz nach dem Motto „Masse statt Klasse“). Doch zumindest abseits des Riesenspektakels schien es um die Sache zu gehen – nämlich um Aids: 20.000 Experten sind nach Wien gereist, um im Rahmen der Welt-Aids-Konferenz über die nach wie vor omnipräsente Krankheit zu sprechen. Und im Gegensatz zum Life Ball ging es dabei nicht ums Party machen.

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