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Wiener Blut?

24.08.2010 | 7 Kommentare

Wisst ihr schon, wen Ihr wählen werdet? Ich (noch) nicht. Dabei stehen die Wien-Wahlen in nur zwei Monaten an. Rot? Schwarz? Grün? Blau? (Letzteres hoffentlich nicht). Blau kann ich für mich ausschließen, aber dann wird’s auch schon schwer.

Vor wenigen Tagen habe ich ein Bild vom Bürgermeister gesehen: Michael Häupl stand schwitzend in einem McDonald’s-Laden und hat “gekocht” – Eierspeise. Natürlich ging’s nicht ums Privatvergnügen, sondern um irgendso ein Charity-Projekt. Egal. Jedenfalls sah Häupl schlecht aus – müde und krank. Eine Arbeitskollegin sah sich das Foto kurz an und meinte, sie könne so jemanden nicht wählen (hättet Ihr das Foto gesehen, würdet Ihr’s verstehen).

Okay, klar würde ich mir eine dynamischere Persönlichkeit für uns (Wiener) wünschen, aber was sind die Alternativen? Strache? Mit dem neuen Wahlplakat hat die FPÖ einmal mehr bewiesen, dass ihr die Ideen ausgehen. “Mehr Mut für unser Wiener Blut.” Schon wieder diese Hetze. Schon wieder dieses leere Blabla. Das einzig Sympathische am Spruch ist, dass er sich reimt. Obwohl: eigentlich nicht, denn einfallsloser hätte der Reim ja kaum ausfallen können. Und überhaupt: Was ist denn Wiener Blut? Das Blut der Wiener ist zuweilen weniger wienerisch als tschechisch, slowakisch und jugoslawisch (bosnisch, kroatisch, serbisch).

In allen Zeitungen scheint dieser Tage eine Diskussion um diesen doofen FP-Slogan entbrannt zu sein. Ärgerlich. Denn damit hat Strache das erreicht, was er wollte: Aufmerksamkeit. Doch was ist besser – reagieren oder ignorieren? Reagieren, denn ignorieren heißt zustimmen. “Zu viel Fremdes tut niemandem gut”, lautet die Kampagne weiter. Also, ich fasse zusammen: Mut – Blut – gut. Das war’s? Die FPÖ unterschätzt uns, wenn sie glaubt, dass wir diese Krot fressen. Strache wird wohl auf keine zwanzig Prozent kommen. Zumindest hoffe ich das. Im Zweifelsfall ist mir ein schwitzender Häupl jedenfalls lieber als ein Wiener (Strache) mit “echtem” Blut!

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7 Kommentare

  1. Also, liebe WählerInnen- und mittlerweile vor allem NichtwählerInnengemeinde. Ich kann Euch definitiv beruhigen. H.C. hat das alles gar nicht so gemeint. Wir verstehen ihn einfach nur falsch, unseren lieben rechten Blauzahn. Warum diese Meinung? Nun ja, denkt doch einmal genauer nach. Sämtliche Urahnen von H.C. entstammen dem Raum um das nordwestliche Schwarze Meer, also einem Gebiet, welches heutzutage unter Rumänien, Bulgarien oder Moldawien bekannt ist.
    Und das Beste an der Geschichte: In unserem Wiener Blaublut fliesst echtes türkisches Blut. Natürlich auch noch anderes, etwa solches aus Jordanien, also eine echte Mischkultur, der liebe H.C.. Ihr glaubt mir nicht? Dann möchte ich Euch bitten, meinen auf http://freie-zeit.at veröffentlichten Beitrag mit dem Titel “H.C. Strache, ein blaublütiger Blutsauger” durchzulesen. Ihr werdet staunen, was solch unschuldig strahlend blickende Augen alles verbergen respektive erzählen können. In diesem Sinne grüsst aus Wien ein Blutegel namens Paul Bögle

  2. Christoph

    @Agnes:
    ah ja, in keinem Land ist die Einwanderung so schwer wie in Österreich?
    Und wie sieht es bspw. mit den USA, Australien, Canada, ja sogar der Schweiz aus? Alles VIEL strenger reglementiert. Versuch mal, in den USA einen Job bzw. eine Greencard zu bekommen. Wenn, dann maximal befristet.

    Ja, du hast Recht, gegen die, die bereits hier sind, kann man wohl nichts machen - das waren Verabsäumnisse, die man jetzt eben ausbaden muss. Und ich wüsste nicht, inwiefern Strache uns vorgaukelt, dieses Problem zu lösen?! Aber soll man deshalb den Kopf in den Sand stecken? Was man sehr wohl noch in der Hand hat, ist wie es WEITERGEHT.

    @markus: ja - den Besuch dieser Orte kann man wirklich jedem, der das Migrantenthema verharmlost, nur wärmstens empfehlen! Hol mir manchmal im Sommer beim Tichy am Reumannplatz ein Eis. Was man dort zu sehen bekommt, ist wirklich zutiefst erschütternd :-(

  3. markus

    @agnes
    du wohnst auch nicht direkt am brunnenmarkt, am reumanplatz oder so??

  4. agnes

    in kaum einem anderen land sind die aufenthaltsbestimmungen dermaßen hart wie in österreich. strache kann gar nichts verschärfen. schlimmer kann es für menschen, die nach österreich einwandern wollen, nicht mehr werden. in keiner regierung war die einwanderung so stark wie unter blau-schwarz. ist fakt. das problem ist, dass man früher so viele reingelassen hat, die sich gar nicht integrieren wollten. leider haben genau diese menschen heute die staatsbürgerschaft. die kann strache also gar nicht mehr “raushauen”. leider (das lügt er uns aber vor!); strache ist zu verurteilen, weil er so wie viele in der fpö mit den ängsten der menschen spielt und sie anlügt. er kann nichts verbessern. die, die nicht in österreich sein sollten, die sind schon da. und vielen “guten” macht man es auch unter rot-schwarz leider sehr, sehr (!) schwer.
    strache ist ein rechter zeck vor dem man sich hüten muss. menschen wie er sollten in keinem land der welt etwas zu sagen haben. bitte wählt ihn nicht!

  5. agnes

    also das ist jetzt aber schon naiv, christoph. achtung vor den rechten recken!

  6. Markus

    Sehr gut gesagt, Frau Jelincic!

  7. Christoph

    HC Strache ist sich der Bedeutung des Begriffs “Wiener Blut” sehr wohl bewusst. Er wird - wie so oft - von seinen politischen Gegnern nur schon wieder falsch ausgelegt. Er hat erst gestern in den Sommergesprächen wieder klargestellt, wie die Kampagne zu verstehen ist. Sie stellen in Ihrem o.a. Statement den Anspruch, nicht auf “bla bla” hereinzufallen - tun es aber doch, nur auf das von den anderen Parteien…. Unter Umständen mal genauer nachdenken, anstatt gebetsmühlenartig die Psalme der linken Medienlandschaft nachzubeten?!

    Auszug online-presse 24.8.2010: “Kritik an seinem „Wiener Blut“-Slogan für die Wien-Wahl im Oktober wehrte Strache ab: Der „Johann-Strauß-Song“ stehe für die Wiener Lebensart und sei in einem Vielvölkerstaat geprägt worden – mit polnischen oder serbischen Einflüssen. „Das macht ja die Wiener Kultur aus.“ Seine Partei sage „ja nicht, dass wir gegen das Fremde sind. Sondern gegen zu viel Fremdes“, so Strache, der einen „Presse“-Bericht vom Juli über eine Studie bemühte, wonach die Integration von Zuwanderern und ihren Kindern nur schleppend vorangeht.”

    Fazit: man darf keinesfalls alle Migranten über einen Kamm scheren. Strache geht es in erster Linie um diejenigen, die mangelnden bis gar keinen Integrationswillen zeigen. Das will nur niemand hören. Es ist ja viel leichter, ihn als generellen Ausländerfeind und Hetzer hinzustellen. Mal ehrlich: Welcher vernünftige, verantwortungsvolle Mensch kann dafür sein, dass wir uns eine Parallelgesellschaft von Integrationsunwilligen heranziehen? Die damit verbundenen Probleme aufzuzeigen, ist weder rassistisch noch menschenverachtend, sondern schlichtweg vernünftig und verantwortungsbewusst.

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