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Das Bullen-Problem

02.11.2010 | Keine Kommentare

Wahrscheinlich sollte ich über die Koalitionsgespräche zwischen Rot und Grün schreiben, oder über die geplanten Sparmaßnahmen der Regierung, aber mal ehrlich: wer kann das noch hören? Die Sache ist traurig genug und schon gelaufen, zumal sich die Grünen längst an die SPÖ verkauft haben (um endlich auch mal ans Ruder zu dürfen) und zumal das Sparpaket die Falschen trifft (allen voran Familien und Studierende). Dabei gebe es wahrlich genug Einsparungspotenzial in diesem Land. Vor allem in der Administration – und bei der Polizei. Jaja, das Thema Sicherheit, mit dem FPÖ-Chef Heinz Christian Strache zuletzt so punkten konnte. Fakt ist – was Strache offenbar nicht weiß – dass es in Wien fast viermal so viele Polizeidienststellen gibt wie im gleichgroßen München, wie nun auch der Rechnungshof kritisiert. So gibt es in München plus Umland, wo rund 1,7 Millionen Menschen leben, 25 Polizeidienststellen. In Wien sind es 96 – obwohl die betreute Fläche nicht einmal halb so groß ist. Und noch etwas: bei uns liegt die Aufklärungsquote bei nur dreißig Prozent, in München sind es 58 Prozent. Noch irgendwelche Fragen? Ach ja, in Berlin liegt die Aufklärungsquote bei 49 Prozent. Mich ärgert das unglaublich, weil ich (fast) keine Erfolge sehe. Am Karlplatz nicht, wo mir Dealer und Süchtige entgegenkommen. Am Schwedenplatz nicht, wo Kleinkriminelle Passanten ausnehmen. Am Revier nicht, wo mich die Bullen warten lassen, um gemütlich mit Kollegen zu tratschen. Auf der Autobahn nicht, wo sie mich anhalten, weil ich 140km/h fahre (und den Raser vor mir, der um mindestens 50 km/h schneller fährt, davonkommen lassen). Um es kurz zu machen: unsere Bullen gehören besser ausgebildet und auf die Straße. Die Herumsitzerei in den Polizeidienststellen bekommt ihnen (offensichtlich) nicht.

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