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Eine Million Euro fürs Nixtun

22.11.2010 | 1 Kommentar

Ein Anwalt sagte mir mal, dass es Gerechtigkeit nur im Himmel gebe und auch da sei er sich nicht ganz sicher. Wahrscheinlich hat er Recht. Ein Mandant von ihm hat die Finanz schon mehrfach im großen Stil betrogen und ist damit ungeschoren davongekommen, ein anderer betreibt dubiose Immobiliengeschäfte und lebt davon wie Gott in Frankreich. Wir sollten uns also keinen Illusionen hingeben: das Leben ist nicht gerecht. Beispiele dafür gibt es zuhauf. Schauen wir uns nur den Wiener Flughafen an. Ein herrliches, international ausgerichtetes Unternehmen. Wer es dort in den Chefsessel schafft, hat viel drauf – oder?

Spätestens seit der Skylink-Affäre weiß das ganze Land, dass es am Flughafen zu groben Managementfehlern gekommen ist. Der Bau des neuen Terminals hat sich als Fass ohne Boden entpuppt, die Kosten sind mittlerweile auf fast eine Milliarde Euro explodiert. Seit mehr als zwei Jahren sorgt das Chaos-Projekt für Schlagzeilen. Und jetzt? Jetzt muss einer der drei Vorstände, der das ganze Debakel mitzuverantworten hat, gehen. Am Mittwoch wird sein Rücktritt innerhalb einer Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben. Doch wenn Ihr glaubt, dass ihn auch nur die geringste Sanktion trifft, muss ich Euch enttäuschen. Das Gegenteil ist der Fall. Rund eine Million Euro bekommt er dafür, sein Büro vorzeitig zu räumen. Oder lasst es mich anders sagen: er bekommt eine Million Euro dafür, seine Pflichten als Airport-Vorstand vernachlässigt zu haben – also fürs Nixtun.

Schuld an allem ist die Politik, die Roten genauso wie die Schwarzen. Denn die Länder Wien und Niederösterreich sind die größten Flughafen-Aktionäre und können als solche bestimmen, wer sich in den Chefsessel setzen darf. Das Problem: Polit-Couleur geht vor Kompetenz. Ein Wechsel in die Politik dürfte jetzt für viele interessanter werden…

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Ein Kommentar

  1. Anonymous

    Kann Dir nur Recht geben, dass es ungeheuerlich ist das solche groben Fehler auch noch “belohnt” werden. Der noch viel schlimmere Skandal dabei ist, dass es Eigentümervertreter gibt die diesem Vorgehen noch Ihre Zustimmung geben und überhaupt solche Verträge mit den Managern (= Angestellten) vereinbaren - und dies war erst vor einem Jahr als man den selben Leuten die man heute entlassen will neue 5 Jahresverträge zukommen hat lassen.
    Wenn ein Angestellter normalerweise solchen groben Fehler begeht, muß er froh sein, dass man keinen Schadenersatz fordert. Aber wenn scheinbar die Geldbeträge groß genug sind, dann passiert in der Regel wenig.
    Lg Felix

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