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Ein Käfig voller Narren

29.11.2010 | 1 Kommentar

Es geht nicht anders. Das Thema Flughafen hatten wir zwar erst, aber es diese Woche auszulassen, wäre falsch. Zu ärgerlich sind die dortigen Missstände, zu fragwürdig der Umgang mit offensichtlich begangenen Fehlern. Eines vorweg: ich liebe den Flughafen wie kein anderes Unternehmen in diesem Land. Seit Jahren schreibe ich über Firmen aller Art, aber über keine so gerne wie über die Flughafen Wien AG. Mal ehrlich: Wer fährt nicht gerne zum Flughafen? Wer verreist nicht gerne, vor allem in den Urlaub, und wer geht nicht gerne durch die geräumigen, Licht durchfluteten Hallen des, wie er so schön heißt, Vienna International Airports, die einen Hauch von Internationalität und Abenteuerlust versprühen? Immerzu dachte ich: Wer hier Chef ist, der muss was drauf haben. Doch ich habe mich geirrt. Der Flughafen Wien ist ein Käfig voller Narren. Vor zwei Jahren habe ich das erste Mal über den Skylink berichtet, darüber, dass der Bau des neuen Terminals zum Skandal wird, wo hunderte Millionen Euro völlig ungeniert versickern. Geglaubt hat es anfangs niemand. Heute ist klar, dass der Skylink-Terminal ein Schandfleck ist. Für das Management. Für die Politik. Und für den Aufsichtsrat, weil er nicht aufgepasst hat. Und warum hat der Aufsichtsrat nicht aufgepasst? Weil viele der Mitglieder mit dem Vorstand auf Bussi-Bussi sind. Wie peinlich.

Wiens mächtiger Bürgermeister Michael Häupl und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll haben Leute in Top-Positionen gehievt, die offensichtlich nicht ausreichend qualifiziert sind – und noch immer wird versucht, grobe Fehler schönzureden. Wie zuletzt geschehen bei der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch. Denn da wurde ein Misstrauensantrag gegen den gesamten Vorstand eingebracht. Doch das wird offiziell natürlich dementiert, weil das in der Öffentlichkeit als eindeutiges Schuldgeständnis gewertet würde. Zumindest ist jetzt hinter den Kulissen beschlossen worden, dass die Vorstände gehen sollen. Wenn alles glatt geht, so sind sie Mitte Dezember Geschichte. Die Aufseher des Flughafens haben damit die Konsequenzen aus dem Skylink-Debakel gezogen und die Führungscrew abgesägt. Mit dem Ergebnis zufrieden kann dennoch keiner sein – schon gar nicht der Aufsichtsrat. Er hätte viel früher reagieren müssen. Dann wäre uns der Skandal umwitterte Skylink um viele hunderte Millionen Euro billiger gekommen.

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Ein Kommentar

  1. Werner

    Ich finde den Angriff auf Herrn E. Gabmann unfair und unbegründet.
    Er wurde zum Vorstandsmitglied ernannt als das Bauprojekt schon in arbeit war.
    Der von Ihm ausgerufene Baustopp, ist meines Erachtens sehr vernünftig gewesen.
    Ansonsten wären die Kosten dieses Projekt ins unerdenkliche geschlittert.
    Warum sollte E. Gabmann jetzt gehen? Da müsste der gesamte Aufsichtsrat ausgetauscht werden da die derzeitigen Mitglieder in das ganze Geschehen eingebunden waren.
    Meiner Meinung nach, ist das Krebsgeschwür Herr Herbert Kaufmann.

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