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Hundert Jahre Kreisky

10.01.2011 | Keine Kommentare

Es tun alle. Also tun wir’s auch. Warum nicht. Lasst uns in Nostalgie schwelgen, in längst verklungenen Zeiten, an die sich zumindest noch einige glauben, erinnern zu können. Da gab es einen Mann, der nannte sich Bruno Kreisky. Lebte er heute noch, so wäre er hundert Jahre alt. Immerhin wissen
95 Prozent der Österreicher, wer Kreisky war. Nämlich Bundeskanzler. Ich glaube Umfragen ja nicht. Meiner Meinung nach sind es bedeutend weniger, die wissen, welches politische Amt Bruno Kreisky innehatte. Jedenfalls ist er bis heute der einzige Reformkanzler geblieben, den die SPÖ der Nachkriegszeit hervorgebracht hat. Der einzige, der echte Bewegung und somit Veränderung brachte. Wer war also der Mann, mit dem sich die an Ganz verlorene rote Partei noch heute gerne schmückt? Nun, einer mit Visionen.

Kreisky wollte viel, zum Beispiel mehr Frauen in den Arbeitsmarkt integrieren. „Viele haben ihm das bis heute nicht vergessen – die jungen Frauen von damals sind die Pensionistinnen von heute, die SPÖ wählen: Sie haben durch ihn Lebenschancen bekommen, nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch durch die Straffreistellung der Abtreibung und durch seine Reformen im Steuer- und Familienrecht“, schreibt „derstandard“ in seiner Wochenendausgabe.

Andererseits: die Ära Kreisky war eine Ära des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Auf- und Nachholens. Man konnte damit rechnen, dass die Zukunft besser sein würde als die Vergangenheit. Und das ist heute eben anders, jetzt, wo auf hohem Niveau laut weitergejammert wird.
Kreisky hätte es in Zeiten wie diesen ungleich schwerer. Dennoch: ihm wären die Fehler von Faymann & Co nicht passiert. Wirre Ideen einer Reichensteuer, die zur Abwanderung von Privatiers und Unternehmen führt, hätte Kreisky nie gesponnen. Um es kurz zu machen: Kreisky war einer der wenigen Politiker, an die man sich wird erinnern können, einer, über die in den Geschichtsbüchern immer positiv berichtet werden wird. Einer, wie ihn sich das rote Lager in Zeiten eines uncharismatischen Faymann nur wünschen kann.

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