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Verbildung

17.01.2011 | Keine Kommentare

Ich kann es nicht mehr hören. Die ganze Bildungsdiskussion ist einfach lächerlich. Dieses ständige Hin und Her, dieses überflüssige Herumgerede, dieses peinliche öde Dauergezänk zwischen Rot und Schwarz macht Kopfweh. Leute, in diesem Land passiert nix! Oder um es mit den Worten von Ex-Magna-Boss Sigi Wolf zu sagen: wir gehen rückwärts.

Würde die Wirtschaft so agieren wie die Politik, wäre Österreich längst pleite. Stellt Euch folgendes Szenario vor: am Konjunkturhimmel ziehen dunkle Wolken auf, ganze Märkte brechen ein. Die Vorstände eines Unternehmens müssten reagieren, um zu retten, was zu retten ist. Sie können sich aber nicht einigen, welche Ausgaben sie kürzen und welche Strukturen sie ändern sollen – oder ob sie vielleicht doch die Preise erhöhen müssen. Die Aufsichtsräte wiegen indessen bedächtig die Köpfe und halten sich heraus während der Betriebsrat Kosteneinsparungsprogramme blockiert. Wie lange wird es wohl dauern, bis so ein Unternehmen pleitegeht?

Da hat es die Politik ungleich einfacher: sie kann – zumindest in Österreich – Strukturreformen jahrzehntelang verschleppen, weil sie ihre Budgeteinnahmen einfach per Gesetz erhöhen kann und weil Staaten trotz des permanenten Anstiegs ihrer Verschuldung auf den Märkten nahezu uneingeschränkt frisches Kapital bekommen. Millionen Steuerzahler, die in der Wirtschaft effizient arbeiten, haften für die Ineffizienz der öffentlichen Verwaltung.

Dennoch: das Land ist – noch – nicht verloren, meint einer unserer Chefredakteure, weil die ÖVP angeblich an einer rot-weiß-roten „Reformagenda 2020“ bastelt. Aha. Naja, ich glaube nicht mehr daran. Aus dem PISA-Debakel hat, um auf die Bildungsdebatte zurückzukommen, ja auch keiner gelernt. Für mich sind unsere Politiker vor allem eines: verbildet.

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