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Thomas, wir werden dich vermissen!

15.02.2011 | Keine Kommentare

Ich weiß, ich weiß. Diese Woche gibt es besonders viele Themen, über die wir reden könnten – und sollten. Themen, die wichtig sind, weil sie die Welt verändern. Über Ägypten und andere drohende Revolten. Über Hunger, über Kriege, über neue Flüchtlingsströme etwa aus Tunesien. Aber ich kann nicht anders. Ich muss über Thomas Gottschalk reden. Ach Thomas, wir werden Dich vermissen!

Verdammt, Gottschalk geht wirklich: der blonde Lockenschopf, die bunten Anzüge, das breite Lachen, der lockere Umgang mit den größten Stars der Welt: all das gibt es bald nicht mehr. Ende 2011 ist Schluss – das verkündete Gottschalk Samstagabend bei „Wetten, dass…“ Seit 1987 moderiert der Showmaster – mit einer kurzen Unterbrechung – die deutsche Kult-Show. Gottschalk startete seine Karriere 1971 als freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk. Der ausgebildete Grundschullehrer ging danach zum Radio, wurde Nachrichtensprecher, Moderator und Redakteur. Bereits 1976 führte er durch seine erste Fernsehsendung „Szene“. Nicht nur als Moderator, auch als Schauspieler feierte er mit Filmen wie „Die Supernasen“ oder „Trabbi goes to Hollywood“ Erfolge. Der 60-jährige Unterhaltungs-König ist im deutschsprachigen Raum schwer zu schlagen. So sank er wegen einer verlorenen Wette schon mal in Mozarts „Zauberflöte“ im Chor, verbrachte eine Nacht im Gefängnis und besuchte im Weihnachtsmannkostüm ein Wiener Bordell. Er wollte auch im deutschen Bundestag reden, so ihn dessen damaliger Präsident nicht gebremst hätte. Gottschalk spielt sogar in derselben Liga wie der Papst: 2001 erhielt er den Karl-Valentin-Orden und wurde damit ein „Ordensbruder“ des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger.

Doch der dunkelste Moment in seiner Karriere sollte ihn jetzt zum Rücktritt bewegen: Am 4. Dezember 2010 verletzt sich Wettkandidat Samuel Koch, 23, in einer Sendung schwer. Gottschalk bricht die Show ab, Samuel Koch ist noch immer gelähmt. Nun ist dem TV-Master nicht mehr nach scherzen zumute. Verständlich und dennoch schade. Ach Thomas, wir werden Dich vermissen!

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