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Warum es noch schlimmer kommt

14.03.2011 | Keine Kommentare

Es ist schrecklich und unendlich traurig. Ich habe die letzten Tage vor dem Fernseher verbracht, gefesselt von den vielen Katastrophenbildern aus Japan. Keine Worte können das Leid der Menschen beschreiben, keine Vorstellung können wir uns darüber machen, welche Folgen das Beben haben wird und wie viele es davon noch geben wird. Eine Tragödie, die jene von Tschernobyl in den Schatten stellt. So viel ist schon sicher, selbst wenn die japanische Regierung zu kalmieren versucht. Japan wurde vom schwersten Erdbeben seiner Geschichte erschüttert. Seismologen haben eine Stärke von 8,9 gemessen, wenig später wurde der Wert auf 9,0 korrigiert.

Das Erdbeben und der verheerende Tsunami haben dort wohl Zehntausende Menschen in den Tod gerissen und das Land in eine atomare Katastrophe gestürzt. Inzwischen ist in einem dritten Kernkraftwerk das Kühlsystem ausgefallen, für zwei Anlagen gilt akuter Atomalarm. Wenn ihr das hier lest, ist die umstrittene Information, dass es in der schwer beschädigten Anlage Fukushima zu einer Kernschmelze gekommen ist, wahrscheinlich schon bestätigt. Was bleibt, ist Elend und Verzweiflung, die Flucht Hunderttausender Menschen, der Versuch, sich und seine Angehörigen zu retten. Das Leben in Japan wird unerträglich sein, schlichtweg, weil es krank macht. Die Menschen ebenso wie die Natur.

Samstagnacht wollte ich noch nach Asien fliegen, auf eine Insel nach Thailand. Zehn Tage Urlaub, faul sein, schlafen, schwimmen. Doch soweit sollte es nicht kommen. Die Oma einer Freundin starb, sie sagte die Reise ab. Dann die Schreckensbilder aus Japan, die meine Reiselust dämpften, aber ich wollte dennoch fliegen. Schließlich hatte ich in der Nacht auf Samstag einen Alptraum, aber ich wollte dennoch fliegen. Dann war ich schon am Gate, als der Steward sagte, die Maschine habe ein technisches Gebrechen und der Flug nach Bangkok müsse verschoben werden – gleich um zehn Stunden. Dann wollte ich nicht mehr fliegen und bin nach Hause gefahren. Vielleicht bin ich nur feige, aber spätestens seit Samstagnacht glaube ich an Zeichen.

Meine Mutter, eine Biochemikerin, die sich mit Atomkraft auskennt, malt den Teufel an die Wand, meint, es sei gut möglich, dass die Strahlung sogar Thailand erreiche. Nun, wir wissen es alle nicht, denn das Ausmaß der Katastrophe lässt sich noch nicht abschätzen. Klar ist nur, dass es schlimmer kommt als anfangs angenommen.

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