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Armes Aserbaidschan

16.05.2011 | Keine Kommentare

Warum nicht? Warum sollten wir uns für Nigar Jamal und Eldar Qasimov nicht freuen? So schlecht war ihre Gänsehaut-Ballade „Running Scared“ nun auch wieder nicht. Und so gut war Nadine Beilers Song „The secret is love“ eben doch nicht. Jetzt zu sagen, die Tirolerin habe nicht siegen können, weil ihre Stimme an dem Abend nicht genug hergegeben habe, ist dennoch doof. Das Mädl hat eine coole Stimme, das muss man ihr lassen. Auch am Samstag war ihre Performance durchaus akzeptabel. Wenn ein Sieg unmöglich war, dann nur, weil’s im Grunde eine geschobene Partie war, Publikumswahl hin oder her. War ja klar, dass sich die ehemaligen Sowjetrepubliken Punkte zuschanzen und die Balkanländer packeln würden. Und dass es die Skandinavier nicht anders machen, war auch klar. Also: was soll’s oder besser gefragt, wen kümmert’s?
Kann es uns nicht egal sein, ob Aserbaidschan gewonnen hat oder irgendein anderes Land?

Ich verstehe nicht, warum Millionen Euro in dieses Ereignis gepumpt werden.
Das Siegerland, das den Großteil der Kosten zu tragen hat, ist zu bedauern und nicht zu beglückwünschen. Ich will Aserbaidschan hiermit mein Beileid ausdrücken. Das frühere Sowjetland ist zwar reich an Rohstoffen, allerdings geht es der Bevölkerung miserabel. Das BIP lag Angaben des IWF zufolge 2009 bei nur 4.807 US-Dollar im Jahr. Damit käme ich gerade mal zwei oder bestenfalls drei Monate über die Runden – und das, ohne hungrige Mäuler durchfüttern zu müssen.

Wie sagte ein bekanntes Fernsehduo neuerdings? Der Eurovision Songcontest erinnert an die Spezial Olympics des Pop (Special Olympics sind die weltweit größte Sportbewegung für mental behinderte Menschen). Nun ja, ich meine, dass das eine Beleidigung für alle Special-Olympics-Teilnehmer ist.

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