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Warum uns niemand will

29.08.2011 | Keine Kommentare

Es ist unfassbar. „Mitzi“ ist unfassbar oder besser gesagt sind es ihre Englischkenntnisse. Dass jemand wie Maria Fekter das ehrenwerte und – gerade in Zeiten wie diesen – wichtige Amt des Finanzministers bekleidet, ist eine Schande. Österreich wird außenpolitisch ignoriert, was wohl allein schon wegen Mitzi nicht verwundert. Doch sie ist nur eine von vielen Ursachen, warum im Ausland über uns gelacht wird. In unserem Land herrscht politischer Stillstand. Gab es Anfang des Jahres noch die naive Hoffnung, SPÖ und ÖVP würden ernsthafte Sacharbeit in den Vordergrund stellen, ist dieser Anflug alsbald wieder verschwunden. Die Lage der Nation darf getrost als gefährlich bezeichnet werden. „Wenn nichts passiert“, sagt der Industrielle Hannes Androsch etwa, „dann begehen wir kollektiven Selbstmord“.

Es ist die Dummheit und Ignoranz der Entscheidungsträger, die Anlass zur Sorge geben. Ich denke etwa an den milliardenhohen Schuldenberg, auf dem wir sitzen und den wir abtragen dürfen, weil hirnlos verwaltet und gewirtschaftet wurde und weil vertrottelte Banker gezockt und nicht minder vertrottelte Politiker es zugelassen haben. Und ich denke da an bwin, ein österreichisches Unternehmen, dem das Wirtschaften hier wegen einer unsinnigen Gesetzeslage dermaßen schwer gemacht wurde, dass nur der Weg ins Ausland blieb (bwin fusionierte und verlegte den Sitz nach Gibraltar). Aus dem Finanzministerium sagte man mir dazu einmal keck: „Ach, es geht ja nur um ein paar hundert Jobs, die verloren gehen“.

Ähnliches passiert auch jetzt: die A-Tec, ein börsennotiertes Wiener Unternehmen, ist insolvent und braucht an die 200 Millionen Euro. Die Rettung der 5.000 Jobs wäre für die Regierung ein Klacks, doch offenbar kümmert’s wenig. Lieber wird die Kohle für den riesigen Beamtenstab ausgegeben, für eine Zetterl- und Papierlwirtschaft, die weltweit ihresgleichen sucht, für alte Flieger und Panzer, die keine Sau braucht und die im Notfall ohnedies nichts bringen würden. Der A-Tec könnte aber noch geholfen werden. Dazu gab es jetzt einen Vorstoß von aws-Chef Johann Moser, der eine Mehrheitsbeteiligung der ÖIAG fordert. Allerdings werden Moser die meisten Politiker dieses Landes nicht verstehen. So wie sie auch sonst vieles nicht verstehen. Englisch zum Beispiel.

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