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Brot und Spiele

26.09.2011 | Keine Kommentare

Zugegeben: Das Publikum auf der Wiesn im Wiener Prater ist gewöhnungsbedürftig. „Hier sind ja nur Sauproleten“, meinte ein Freund schockiert. Nun, wenn er meint, schön und gut. Allerdings war ich ja auch dabei und als Sauprolet fühle ich mich nicht. Andererseits: Einmal im Jahr kann man schon negativ auffallen. Warum auch nicht? Spätestens als die Schlager-Schlampen am Sonntagabend im prall gefüllten Bierzelt auftraten, wusste ich, dass tatsächlich auch in mir ein kleiner Sauprolet steckt. Also, zu den Schlager-Schlampen: Diese in der Volksmusikszene offenbar bekannte Band ist so schlecht, dass sie schon wieder gut ist. Bei zweifelsfrei primitiv gestrickten Liedern mit höchst fragwürdigem Content ging so richtig die Post ab. Danach kam auch noch Schlagerstar Jürgen Drews mit zahllosen weiblichen Fans und trällerte stundenlang Hits wie „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle“, was so manchen Gast tatsächlich in den Wahnsinn führte. Das Ende der Nacht lässt sich leicht zusammenfassen: Wer nicht betrunken nach Hause ging, war zumindest überfressen.

Noch bis Anfang Oktober läuft unsere Version des Münchner Oktoberfests und ich fand sie – bitte seid nicht schockiert – so gut, dass sie einen kurzen Kommentar wert ist. Brot und Spiele, was gibt es in wirtschaftlich trüben Zeiten denn Besseres? Also: Hingehen und so tun, als gäbe es kein Morgen..

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