Home / Allgemein / Warum die Griechen Panzer brauchen

Warum die Griechen Panzer brauchen

10.10.2011 | Keine Kommentare

Irgendwie kann mich nichts mehr überraschen: Karl-Heinz Grasser ist auf freiem Fuß, Peter Hochegger auch, Graf Alfons Mensdorff-Pouilly und Walter Meischberger sowieso, und die alte Führung der Telekom läuft ebenfalls frei herum (von Karl Petrikovics und Konsorten ganz zu schweigen). Da überrascht es auch nicht sonderlich, dass die Griechen neue Panzer wollen. Schließlich gibt das unvorstellbar hoch verschuldete Land in Relation zu seinen elf Millionen Einwohnern mehr für Rüstung aus als der Rest Europas (und auch sonst sind die Griechen beim Ausgaben Musterschüler). Dieser hohe Standard muss natürlich gewahrt werden. Nun wollen die Griechen also, so wird gemunkelt, 400 Panzer der Marke M1A1 Abrams kaufen. Mehr als sechzig Tonnen soll ein solcher Panzer wiegen, der Preis pro Stück dürfte bei sechs Millionen Dollar liegen, vielleicht etwas weniger, so die Panzer gebraucht sind. Naja, in Anbetracht der Tatsache, dass es unser Geld ist, also das der EU-Bürger, überrascht es kaum, dass die Griechen diese Anschaffung gerne tätigen. Offiziell bestätigen will das natürlich keiner. Ich vermute ohnehin, dass die Griechen auf Druck der anderen Mitgliedsländer den Kauf bald dementieren werden, doch früher oder später werden sie wohl doch zu ihren Panzern kommen – weil sie in Angst leben, wie sie selbst sagen.

Der Grund für diese Angst sollen die Türken sein. Denn mit ihnen pflegen die Griechen einen kalten Frieden, vor allem wegen der türkischen Besetzung des Nordens von Zypern und wegen des Streits um die Rechte in der Ägäis. So unterhält Griechenland mit rund 130.000 Soldaten die, gemessen an seiner Einwohnerzahl, größte Armee Europas (schon heute kommen sie auf rund 1600 Kampfpanzer). Nun, die vielen Panzer könnten die Griechen tatsächlich gut gebrauchen – und das nicht (nur) der türkischen Nachbarn wegen. Bricht Europa zusammen, so wie es seit Monaten prophezeit wird, gehen also Banken krachen und die Staatskassen dazu, werden Wut, Enttäuschung und auch Hunger die Menschen auf die Straßen treiben; und die Regierungen werden dann mit Waffen gegen die eigenen Leute vorgehen. Nur Schreckensszenarien, glaubt Ihr? Dazu könne es nicht kommen? Dabei wäre es in der Geschichte wohl nicht das erste Mal. In Griechenland ist es etwa schon wiederholt zu Straßenrevolten frustrierter Bürger gekommen. Und dabei wird es nicht bleiben.

Antwort schreiben 18578 Aufrufe gesamt, 1 Aufrufe heute  

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.