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Wollen wir für Huren zahlen?

17.10.2011 | Keine Kommentare

Verrückt, pessimistisch, hysterisch. In den letzten Wochen bin ich vieles geheißen worden. Egal. Sollen die Leute doch sagen, was sie wollen. Wenn Schüler in hundert Jahren in den Geschichtsbüchern blättern, werden sie von den Anfängen einer großen Revolte lesen, von einer Revolte, die den halben Erdball erfasst hat. Dass es solch eine Revolte geben wird, die von den USA und Europa ausgehend weite Kreise zieht, steht außer Frage. Hunderttausende Menschen sind am Wochenende auf die Straßen gegangen. Sogar zu Ausschreitungen war es gekommen, weil der Frust so groß ist, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als Gewalt. Wie sollen wir uns auch fühlen, wenn wir für vergleichsweise wenig Geld viel schuften, während Banken und Spekulanten für ihre „Arbeit“ – die offenbar darin besteht, andere abzuzocken – hohe Gewinne lukrieren und sich dann auch noch selbst mit fetten Boni belohnen? Wie sollen wir reagieren, wenn Politiker all das zulassen, weil sie von Lobbyisten geschmiert wurden oder einfach zu dumm sind, ihren Job zu machen?

Die Rettung liegt zweifelsfrei in einer Entmachtung derzeitiger Entscheidungsträger verbunden mit der Schaffung eines neuen Systems. Denn soviel ist klar: Es kann nicht sein, dass jeder EU-Bürger ohne Selbstverschulden mehr als 70.000 Euro Schulden hat. Wie kommen wir dazu? Haben wir die vielen fetten Autos von Bankern und Politikern bestellt? Wollen wir mit unseren Steuergeldern ihre hohen Zulagen für Dienstreisen aller Art finanzieren, ihre vielen Fort- und Weiterbildungskurse, die sie, weil völlig unfähig und vertrottelt, in Anspruch nehmen? Wollen wir die zahllosen Sinnlos-Maßnahmen wie Millionenförderungen für Großkonzerne finanzieren? Nur damit sie auf unsere Kosten noch mehr Kasse machen und Politiker noch besser geschmiert werden können? Und wie steht es um die bekannt gewordenen Parties der EU-Parlamentarier, und deren Buchung von Prostituierten? Wollen wir das? Wollen wir für Huren zahlen?

Es macht mich traurig, dass so viele Menschen so wenig Anstand haben. Was jetzt passiert, ist das Ergebnis der Abgehobenheit und Überheblichkeit unserer Entscheidungsträger. Deshalb lohnt es sich auf die Straße zu gehen. Es lohnt sich, „nein“ zu sagen, in Anbetracht der Tatsache, dass wir in Schulden schwimmen und unser Sauer-Erspartes schon bald nichts mehr wert ist. Es lohnt sich, keiner einzigen österreichischen Partei das Vertrauen auszusprechen und die nächsten Wahlen tunlichst zu boykottieren. Vielleicht verstehen sie dann endlich, dass es so nicht mehr weitergehen kann und dass wir keine Huren sind.

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