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Todesengel Breivik macht Mut zum Töten

23.04.2012 | Keine Kommentare

Noch neun Wochen müssen wir mit Anders Breivik leben. Der Massenmörder von Utøya ist überall – im Internet, im Fernsehen, in den Printmedien. Nicht, dass der Fall an sich uninteressant wäre: Ein Mann, damals 32 Jahre jung, zündet eine Autobombe, bei der acht Menschen ums Leben kommen, und erschießt anschließend 69 unschuldige Jugendliche auf einer Ferieninsel. In einigen Jahren wird Breiviks Story wohl auf der Leinwand zu sehen sein und Millionen Menschen in die Kinos locken. Die meisten werden schockiert oder gar angewidert nach Hause gehen, sich fragend, wie jemand irre genug sein kann, solch eine Wahnsinnstat zu begehen. Einige werden aber fasziniert sein von dem blonden Todesengel mit den blauen Augen, von seiner Entschlossenheit, eiskalt zu morden. Und eben darin liegt die Gefahr: Es ist die Faszination, die Breiviks Tat mit sich bringt.

Der Norweger ist Thema in Hunderten Blogs. Seit Breiviks Prozessbeginn am Montag der Vorwoche wird getwittert und gechattet was das Zeug hält. Auf Facebook tauchen immer wieder Gruppen auf, die sich mit Breivik beschäftigen. Doch nicht alle davon sind gegen ihn. Die Rede ist von einem tapferen Europäer, der retten und befreien will, von einem Mann, dessen Tat bewundernswert und mutig ist. Breivik fasziniert, vor allem junge Menschen – und einige wollen so sein wie er.

Die Frage ist, was wir alle tun können, um das Risiko, dass ein „Breivik-Fan“ eine ähnliche Tat begeht, zu minimieren (laut Experten besteht diese Gefahr leider). Nun, am besten wäre es wohl, seine Morde in Blogs, auf Twitter und Facebook oder – im Fall von Journalisten – in Berichten als das darzustellen, was sie sind: Die Tat eines Irren, der kein Gewissen, keine Moral, keinen Rechtssinn und keine Ahnung vom Islam und von Europa hat. Denn genau das fürchtet Breivik am meisten: Nicht ernst genommen zu werden und so seine Anhänger zu verlieren. Umso schockierender ist, dass so viele Menschen, darunter namhafte Experten, Breivik offenbar ernst nehmen und einen politischen Diskurs um seine Wahnsinnstat anzünden.

Neun Wochen müssen wir also noch mit ihm leben, müssen den inszenierten Schauprozess wohl oder übel mitverfolgen – im Fernsehen, im Internet, in den Printmedien. Hoffentlich hat sich die Sache damit erledigt. Und hoffentlich gibt es keinen zweiten wie ihn.

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