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Wie Politiker das Land ruinieren

30.04.2012 | Keine Kommentare

Es gibt Menschen, die arbeiten wenig bis gar nichts und wollen dennoch viel verdienen. Ernest Gabmann ist so ein Fall. Das ist kein Geheimnis. Am Wiener Flughafen weiß das jeder, der je mit Gabmann zu tun hatte. Ich selbst kenne ihn auch, leider. Einige Male habe ich interviewt und mich jedes Mal danach gefragt, wie so ein Mensch in so eine Position kommen kann – Gabmann war immerhin Chef der börsennotierten Flughafen AG. Nun ja, die Antwort lautet Erwin Pröll, bekanntlich Niederösterreichs mächtiger Landeshautpmann. Mit ihm befreundet zu sein, ist fast so gut wie ein Lotto Sechser (wie die hohen Verdienste von Gabmann & Co ja zeigen).

Machen wir einen Rückblick: Gabmann, treuer ÖVP-Manne zu Prölls Gnaden, wurde im Jahr 2008 in das Topmanagement des Flughafens berufen – und das, obwohl der Aufsichtsrat massive Zweifel an seiner Eignung hatte. Die Bedenken führten jedoch nicht zu einer Weigerung, ihm den Job zu geben. Sie wurden erst im Nachhinein – nämlich bei der vorzeitigen Vertragsauflösung – formuliert: „Gabmann wurde der Gesellschaft aufs Aug gedrückt. Dieser hat keine Ahnung vom Geschäft. Der Vorstand kümmert sich um nichts.“ (Zitiert sind übrigens die Aussagen der Aufsichtsräte in der Antwort des Flughafens auf eine Klage, in der Gabmann vom Airport jetzt 500.000 Euro verlangt. Eine hohe Summe, wenn man bedenkt, dass er sich „um nichts“ kümmerte).

Fazit: Selten zuvor lag dermaßen klar auf dem Tisch, wie das so läuft in Unternehmen, wo die öffentliche Hand mitmischt. Parteifreunde werden ohne den geringsten Genierer mit Posten versorgt, ohne einen Gedanken an die Qualifikation zu verschwenden – und somit ohne jede Rücksicht auf das Vermögen der Staatsbürger. Was auch in Zeiten, in denen sich Politiker gerne der Rettung des Wirtschaftssystems rühmen, wieder einmal beweist, dass die Politik in Unternehmen nichts zu suchen hat.

Aber bleiben wir fair: Der ÖVP-Drohne Gabmann war nicht die einzige Fehlbesetzung am Airport. Das Chaos am Skylink verursacht haben auch rote Politiker, allen voran Ex-Chef Herbert Kaufmann (er darf den Flughafen für viel Geld weiter beraten!), der sich stets als für den Skylink „nicht zuständig“ deklarierte – obwohl er während der gesamten Bauzeit im Vorstand saß.

Es ist widerlich, was in diesem Land möglich ist und vor allem ist es beschämend. Es ist ein Zeichen dafür, wie Politiker das Land ruinieren (im Hinblick auf den durch Fehlbesetzungen entstandenen wirtschaftlichen Schaden) und es ist auch ein Zeichen dafür, wie die Moral der Menschen ruiniert wird (der Fisch beginnt bekanntlich am Kopf zu stinken).

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