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Mieter-Leiden

14.05.2012 | Keine Kommentare

Offenbar sind der Frechheit keine Grenzen gesetzt. Dazu fällt mir die Geschichte eines Freundes ein. Er wurde von seinem Hausverwalter auf ein „harmloses“ Gespräch eingeladen, es gebe nichts wirklich Wichtiges zu besprechen, hieß es im Vorfeld. Also parlierte man zunächst über alles Mögliche. Schließlich sagte der Hausverwalter, er solle nur mal schnell „einen Wisch“ unterschreiben, damit eine neue Reinigungsfirma mit der Pflege des Hauses beauftragt werden könne. Der gutgläubige Mieter tat es – ohne den Vertrag genau zu lesen. Wie sich später herausstellte, ein schwerer Fehler. Denn in Wahrheit stand da vor allem, dass er einer Erhöhung der Miete zustimmen würde. Es folgte ein Rechtsstreit der darin endete, dass sich der Mieter eine neue, günstigere Bleibe suchte.

Viele kennen ähnliche Probleme mit Hauseigentümern und Hausverwaltern. Das ist an sich nichts Neues. An einen anderen Fall erinnere ich mich besonders gut. Eine Wienerin aus dem zweiten Bezirk kontaktierte mich vor etwa drei Jahren, weil angeblich Ungeziefer vom Dach in ihr Bad fiel. Ich schaute vorbei. Die Story stimmte. Das Dach war an einer Stelle durchlässig, widerliches Kleingeziefer klebte im Klo, in der Wanne, an der Decke. Was für ein Drecksloch! Doch der Hauseigentümer wollte den Schaden nicht beheben – und versuchte sie, aus der Wohnung zu ekeln (im wahrsten Sinn).

Ein anderer Fall machte mich erst vor kurzem stutzig. Es geht um eine Immobilie des Österreichischen Kreditschutzverbands (KSV). Man sollte meinen, besagter Verband habe zum Ziel, Menschen zu helfen. Auf der Homepage des KSV steht, man sei ein Schutzverband mit 21.000 Mitgliedern. Mit dem Schutz dürfte es der KSV aber nicht so genau nehmen. Zumindest nicht, wenn es um den Schutz der eigenen Mieter geht. So besitzt der KSV unter anderem ein Haus im zweiten Bezirk in Wien. Fragt man dort die Bewohner, wie man sie behandelt, hört man haarsträubende Geschichten. Eine Mieterin erzählt zum Beispiel, man habe das oberste Stockwerk ausgebaut. Ihre darunter liegende Wohnung sei, wie sie sagt, aufgrund des vielen Staubs unbewohnbar. Miete müsse sie allerdings dennoch zahlen (obwohl sie nach wie vor nicht dort wohnen kann). Auch gibt es zurzeit keine Mietzinsminderung. Schon vor Monaten hat man ihr versprochen, sich der Sache anzunehmen und die vielen Risse zu beseitigen, doch geschehen ist das bisher nicht. Vom KSV heißt es nur, es dauere manchmal eben etwas länger. Gut, dann könnte man in solchen Fällen zumindest die Kosten für ein günstiges Hotel übernehmen oder die Miete reduzieren – oder gar aussetzen. Wenn es um die Mieteinnahmen geht, ist man ja auch immer schnell beim Abkassieren.

Die Frage ist, was man in solchen Fällen tun kann. Am besten, man holt sich Rechtsbeistand und legt sich gute Nerven zu. Denn diese Sachen kosten Zeit und Kraft.

PS: Ich weiß schon, dass es auch mühsame Mieter gibt. Doch Beschwerden von Wohnungs- und Hauseigentümern sind bislang eben nicht bei mir eingetrudelt.

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