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Computer werden bald noch teurer

04.06.2012 | Keine Kommentare

Seit einigen Monaten spinnt mein Computer. Ich habe einen von Apple, so ein teures Ding, das ich damals unbedingt haben musste. Hört mal: Vielleicht spinne ich ja, aber seit Apple-Gründer Steve Jobs tot ist, funktioniert das Ding nicht mehr so richtig. Ständig hängt das System, ich muss meinen Laptop alle zwei, drei Stunden abdrehen, weil er wie ein achtzigjähriger Pensionist zum Keuchen anfängt. Nun gut. Um es kurz zu machen: Ich sollte mir einen neuen besorgen, was bekanntlich eine schöne Stange Geld kostet. Das Problem an der Sache: Es eilt.
Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte ich noch vorm Sommer zuschlagen, spätestens im Herbst, denn auf uns alle kommt die nächste Teuerungswelle zu. So setzen sich das Unterrichts- und Justizministerium gerade für eine neue Festplattenabgabe ein. Das neue Gesetz könnte noch heuer kommen. Im Klartext: PCs werden um zehn Prozent und Festplatten gar um vierzig Prozent teurer. Laut der Obfrau der Sparte Handel in der WKO, Bettina Lorentschitsch, werden die Österreicher dadurch mit 30 Millionen Euro im Jahr zusätzlich zur Kasse gebeten. Immerhin wurden in unserem Land 2011 rund 1,2 Millionen PCs und 950.000 Festplatten verkauft. „Der Handel wird geschädigt, wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig“, kritisiert Lorentschitsch (tatsächlich hat Amazon die Lieferung von Speichermedien nach Österreich bereits eingestellt). Und noch was: Das geplante Gesetz könnte sogar auf Handys und andere elektronische Artikel mit Speicherfunktion ausgeweitet werden. Das kann also heiter werden, wo ohnehin schon alles teurer wird, nur weil unsere Regierung zu unfähig ist, die Ausgaben zu reduzieren. Stattdessen werden wir lieber weiter geschröpft!

Justiz- und Unterrichtsministerium verteidigen das Vorhaben mit dem Argument, dadurch die Einnahmen von Kunstschaffenden zu erhöhen. Aber Fakt ist, dass die neuen Abgaben vor allem einigen wenigen Privilegierten zugute kommen, die direkte Nutznießer privater Verwertungsgesellschaften sind. Der Großteil der Künstler hat also rein gar nichts davon. So wie wir eben auch nicht. Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder, und das Gesetz kommt doch nicht. Bei unseren Entscheidungsträgern ist das allerdings wenig wahrscheinlich. Leider.

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