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Griechenland-Wahl schwächt EU

18.06.2012 | Keine Kommentare

Es ist vorbei. Die Griechen haben gewählt – und die Märkte reagiert. Schon nach den ersten Ergebnissen von der mit Spannung erwarteten Wahl stieg der Kurs des Euro über die Marke von 1,27 Dollar. Das mag zwar kein berauschendes Plus sein, aber auf den ersten Blick ein mehr oder weniger klares Zeichen für Europa und seinen dahin siechenden Euro. Die EU hofft jetzt auf eine rasche Regierungsbildung durch die beiden Siegerparteien Nea Dimokratia und Pasok.

Was sagt uns das aber wirklich? Nun, dass sich die Griechen weiter auf die Zahlkraft ihrer europäischen Verbündeten verlassen; dass ein Wegschaufeln von Schulden aus eigener Kraft nicht infrage kommt und es besser ist, anderen auf der Tasche zu liegen; dass die EU noch immer nicht sieht, dass sie die finanzielle Misswirtschaft der Griechen (Spanier, Portugiesen oder Italiener) allein nicht tragen kann und dass, wie Michael Fleischhacker von der „Presse“ schreibt, niemand bereit ist, „von der Wohlstandsillusion in die Realität zurückzukehren.“ Offenbar will keiner eingestehen, dass eine Volkswirtschaft von der Größe und Struktur Griechenlands das gesamte europäische Bankensystem inklusive Gemeinschaftswährung gefährdet.

Schuld sind wir selbst, keine Frage. Da gibt es nichts schönzureden. Wir waren fahrlässig und haben zugelassen, dass sich die Griechen durch manipulierte Daten ihre Teilnahme an der Währungsunion erschleichen. Und jetzt? Jetzt müssen wir es ausbaden und zahlen. Zahlen für die Griechen und wer weiß, welche Länder noch hinzukommen. Das kann nicht gut gehen. Weil das Geld fehlt. Weil den vielen Scheinen, von denen immer mehr in Umlauf gesetzt werden, kein Wert gegenübersteht. Offiziell heißt es: „Es bedarf einer kurzfristigen, demokratisch nicht legitimierten Zentralisierung der Wirtschafts- und Fiskalpolitik und einer Rekapitalisierung der europäischen Banken …“ Im Klartext: Druckt Geld, wertlose Scheine, um den Schein zu wahren.

Was für ein Irrsinn! Ein kranker Irrsinn, man kann es nicht anders sagen, über den unsere Nachkommen eines Tages in den Geschichtsbüchern lesen werden. Dabei gibt es für Länder wie Griechenland nur eine Lösung: den Austritt aus der Eurozone. Nur so könnte das Land, wie „die Presse“ schreibt, „in einer Kombination aus Finanzhilfe und neuen geldpolitischen Spielräumen wieder Wachstum zu generieren.“

Doch das passiert nicht und wie es für Europa weitergeht, weiß kein Mensch.

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