Home / Allgemein / Brot und Spiele

Brot und Spiele

02.07.2012 | Keine Kommentare

Was für ein Sieg! „Die rote Furie“ habe, so titelten nicht nur Boulevard-Blätter, Fußballgeschichte geschrieben. Auch ich habe mir das gestrige Match angesehen, allerdings mehr aus Neugier als aus Interesse am Fußball an sich. Sonderlich begeistert hat mich das Spektakel aber nicht: Zu einfach war die Sache für die überlegenen Spanier, zu wenig verbissen der Kampf der Italiener. Doch egal. Es ist irgendwie immer dasselbe. Man gibt uns Brot und Spiele und wir bleiben genügsam. Einige Spanier hoffen mit diesem Sieg sogar die tiefe Krise des eigenen Landes zu überwinden. „Wir brauchen diesen Sieg so dringend, um die ewige Wirtschaftskrise zu vergessen“, zitiert zum Beispiel „der Spiegel“ online einen jubelnden Fan. Doch so einfach wird es nicht laufen, weder für die Spanier, noch für den Rest Europas.

Derzeit steigt die Angst vor einer Inflation in ganz Europa massiv an. Zu Recht: Inflation entsteht meist dann, wenn mehr Geld für knappe Güter im Umlauf ist und die Geldmenge schneller wächst als die Gütermenge. Der Nachfragesog treibt also die Preise in die Höhe. Viele Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, aber auch Gas, Strom und Benzin haben sich bereits deutlich verteuert. In vielen Kategorien sind es um fünf Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Europas Regierungen sind bemüht, die Sache schönzureden, von recht geringen Verteuerungen einzelner Warengruppen ist die Rede.

Auf den ersten Blick stimmt das sogar: Die Inflationsrate der Euro-Zone lag laut EU-Statistik zuletzt bei nur 2,6 Prozent. Aber der wahre Grund dafür ist, dass das viele Geld bisher nicht in der Realwirtschaft angekommen ist, sondern von den Banken bei der EZB gebunkert wird. Die Frage ist nun, wie lange das noch so bleibt. Experten warnen schon lange vor „verschleppten Problemen.“ Im Klartext: Wird weiterhin völlig willkürlich Geld gedruckt (Geld, dem kein realer Wert gegenübersteht), kippt das Finanzsystem. Und spätestens dann werden Spiele allein die Menschen nicht mehr genügsam stimmen.

Antwort schreiben 161216 Aufrufe gesamt, 13 Aufrufe heute  

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.